Home
Über mich
Praxis
Galerie
Herbarium
Kursangebot
Links
Suche
Glossar
Kontakt
Impressum
Rechtliches

Chronische Arsenvergiftung - Vitamin D hilft

Ein Patienten-Fallbericht weist nun die osteoresorptive Arsenvergiftung als einen bisher unbekannten Mechanismus der chronischen Arsenvergiftung aus. Forscher möchten nun die Frage beantworten, ob Arsen ursächlich auch die Alzheimer-Erkrankung begünstigt.

Das in Lebensmitteln, Wasser und Luft enthaltene Arsen wird vom Körper aufgenommen und reichert sich im Skelett an. Da die chemischen Eigenschaften des Arsens denen des Phosphors ähneln, kann es zu einem Phosphor-Ersatz durch Arsen kommen. Allerdings sind die Arsen-Verbindungen instabiler als die Phosphor-Verbindungen. Bei gesteigerter Knochenresorption (Knochenab- und -umbauprozesse) steigt daher das Arsen-zu-Phosphor Verhältnis in den Körperflüssigkeiten an. Die Knochenresorption wird unter anderem durch Vitamin D-Mangel oder physiologische Zustände wie Schwangerschaft und Menopause beschleunigt. Dies führt zu vermehrter Freisetzung des im Laufe der Jahre im Skelett angesammelten Arsens. Da Vitamin-D-Mangel weltweit zur Epidemie geworden ist, sowie die Arsenbelastung durch Tätigkeiten wie Gold-Abbau und Kohle-Verbrennung deutlich zugenommen hat, gehen Wissenschaftler davon aus, dass Millionen von Menschen unter einer osteoresorptiven Arsenintoxikation leiden. Im Zellstoffwechsel kann der Ersatz von Phosphor durch Arsen wahrscheinlich chronische Krankheiten wie z.B. Hauterkrankungen, Anämien, Schilddrüsenerkrankungen, arterielle Hypertonie, Myokardinfarkt, Diabetes mellitus und verschiedene Krebsarten begünstigen. Bereits 2010 wurde eine Meta-Analyse veröffentlicht, die einen Zusammenhang zwischen Arsen im Boden und Inzidenz und Prävalenz von Demenzen (überwiegend Morbus Alzheimer) in Europa gezeigt hat. Bei der untersuchten Patientin konnte mit Vitamin D und Bisphosphonat die Freisetzung von Arsen aus dem Skelett dosisabhängig verringert, und somit die Symptome der Arsenvergiftung erfolgreich behandelt werden, wie in dem veröffentlichten Fallbericht gezeigt wird. Im Zuge einer klinischen Studie möchten die Wissenschaftler die Ergebnisse demnächst an einer größeren Patientenzahl verifizieren.

Sergio Ulhoa Dani; Osteoresorptive arsenic intoxication. Bone. 2013; 53 (2): 541–545. doi: 10.1016/j.bone.2013.01.017; 2013. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S8756328213000343

 
< zurück   weiter >